Neues Projekt: Bildung Gutes Leben

Anfang des Jahres haben wir ein neues Bildungsangebot ins Leben gerufen. Bildung Gutes Leben ist ein Angebot für erwachsene Menschen, die Erkenntnisse und Diskurse aus Wissenschaft und Kultur für kritische und selbstbestimmte Reflexionen über das gute Leben nutzen wollen. Die Veranstaltungen sollen dabei helfen, öffentliche Debatten, die in dieser Hinsicht das Kultur- und Gesellschaftsleben durchziehen, umfassender zu verstehen und neue Einsichten in unterschiedliche geistige Traditionen, fremde Kulturen und ungewohnte Blickwinkel ermöglichen. Das Themengebiet ist vielfältig: Bisherige Themen der Workshops und Vorträge waren etwa das gesellschaftliche Ideal (oder der Zwang?) zu einem authentischen Leben, der Einfluss pornographischer Literatur und Kunst in  des 18. Jahrhunderts auf das heutige Verständnis von Kunst- und Meinungsfreiheit oder die Frage, ob tradierte Verwandschaftsbeziehungen durch Wahlfamilien und intentionale Gemeinschaften abgelöst werden.

Bildung Gutes Leben orientiert sich an dem Humboldt’schen Bildungsideal. Das Projekt geht davon aus, dass Menschen als mündige Personen keine Gurus und Weisheitslehrer benötigen. Sie können selbstbestimmt über ein gutes Leben nachdenken und eigene reflektierte Vorstellungen entwickeln, wie ihr Leben aussehen soll. Bildung ist dafür ein Schlüssel. Bildung Gutes Leben versteht sich also nicht als Schule, sondern als Gelegenheit gemeinsam mit anderen nachzudenken. Argumente, Ansichten und einzelne Begriffe zu durchdringen. Gründlicher und kritischer als es im Alltag möglich ist. Die Seminare sind anspruchsvoll und achten auf Konzentriertheit sowie inhaltliche Genauigkeit. Wir legen zudem Wert auf eine Gesprächskultur des Zuhörens, in der nicht nur die Lauten zu Gehör kommen. Und nicht immer die Gleichen reden. Unsere Mentoren, die über besondere Kenntnisse im jeweiligen Gegenstand verfügen, verstehen sich als Mitforschende, die ihr Wissen zur Verfügung stellen.